Prof. Dr. Konstantin Beck: Der „unsichtbare Tod“ – Geburtenrückgang in der Schweiz

Prof. Dr. Konstantin Beck: Der „unsichtbare Tod“ – Geburtenrückgang in der Schweiz

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Ein Thema, das viele Frauen bewegt: Können die Impfungen der Corona-Zeit die Ursache für den statistisch nachweisbaren Geburtenrückgang sein?
Prof. Dr. Konstantin Beck untersucht die öffentlich zugänglichen und vielfach zitierten Studien und Statistiken und kommt zu einem klaren Ergebnis.

Im discorso-Podcast haben wir den Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Konstantin Beck zu Gast, um mit ihm über dieses brisante Thema zu sprechen. 

Was zunächst nach einer nüchternen Analyse klingt, entwickelt sich im Gespräch schnell zu einer kontroversen und weitreichenden These: Inwieweit dürfen wissenschaftliche Studien verzerrt interpretiert werden, um einem Narrativ zu dienen? Und inwieweit lässt sich der Geburtenrückgang auf die Corona-Impfung zurückführen?

Dass die Wissenschaft und der Wissenschaftsjournalismus weit auseinander klaffen, fällt mitunter schwer zu begreifen. Vor allem, wenn man sich schwerwiegenden Auswirkungen gegenübersieht.

Prof. Dr. Beck belegt anhand von Studien, was die Wissenschaft herausgefunden hat, denn diese hat propagiert, dass eine Corona-Impfung in der Schwangerschaft ungefährlich sei. Beck zeigt auch, wie die zitierten Studien aufgebaut sind und vor allem, was der Wissenschaftsjournalismus daraus gemacht hat, um ein Narrativ zu formen.

Doch zunächst einmal einen Schritt zurück: Für jeden ersichtlich sind die Statistiken, die  tatsächlich einen eindeutigen Geburtenrückgang seit 2022 belegen - sei es für die Schweiz oder auch europaweit. Nachzulesen für die Schweiz: hier. Eindeutig ist hier zu erkennen: Die Geburtenzahlen sinken 2022 plötzlich – und zwar in einem Ausmaß, das historisch auffällt. Prof. Beck betont, dass ein Verweis auf die seit den 1970er-Jahren niedrigen Geburtenraten unpräzise ist. Denn seit 1998 stiegen die Geburtenraten der Schweizerinnen stetig an, nahmen ab 2017 leicht ab und sind seit 2022 - wie seit dem Pillenknick nicht mehr - gesunken. Besonders auffällig ist - so Prof. Beck - zum einen der abrupte Verlauf und zum anderen die Gleichzeitigkeit in verschiedenen Ländern mit sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Voraussetzungen. So war Tschechien auf dem Weg zur Reproduktion im Jahr 2032, als der Einbruch von 2022 dieses Ziel plötzlich obsolet machte. Für Prof. Beck ist dies ein Hinweis darauf, dass die Ursache weniger im sozialen Verhalten als vielmehr in biologischen Faktoren liegen müsse, denn soziale Parameter verändern sich selten schlagartig.


Die zentrale Frage

Kann die mRNA-Impfung der Grund für den statistischen Geburtenrückgang sein? 

Prof. Beck untersucht, ob die mRNA-Impfungen gegen Covid-19 einen Anteil an diesem Geburtenrückgang gehabt hat. Er analysiert dazu die wichtigsten, häufig zitierten Studien, die in den Medien und von Behörden als Beleg für die Sicherheit der Impfung in der Schwangerschaft herangezogen wurden. Der Hintergrund ist: Viele Schwangere erhielten mRNA-Impfstoffe gegen die Coronavirus-Krankheit von 2019 (Covid-19), doch liegen nur begrenzte Daten zur Sicherheit dieser Impfstoffe in der Schwangerschaft vor.

Ein zentrales Beispiel ist die vielzitierte Studie von Tom T. Shimabukuro (2021). Beck zeigt auf, dass diese Studie an keiner Stelle eine generelle Sicherheit der Impfung für Schwangere belegt. Im Gegenteil: Die Autoren selbst fordern weitere, längere Follow-up-Studien, insbesondere mit Frauen, die früher in der Schwangerschaft geimpft wurden. Zitat: "Allerdings sind längere Follow-up-Untersuchungen, einschließlich solcher mit einer großen Anzahl von Frauen, die früher in der Schwangerschaft geimpft wurden, notwendig, um Erkenntnisse zu maternalen, schwangerschaftsbezogenen und kindlichen Outcomes zu gewinnen." (Pubmed) Die Shimabukuro-Studie jedoch wurde trotz dieses Hinweises im Weißen Haus als Begründung dafür angeführt, dass die Impfung harmlos sei. Dies steht aber nicht in der Studie. 

Besonders kritisiert Beck die irreführende Zusammenfassung (Abstract) der Studie. Während im Text klargestellt wird, dass eine Zunahme von Spontanaborten nur bei Impfungen im letzten Drittel der Schwangerschaft ausgeschlossen werden kann, suggeriert die Zusammenfassung eine generelle Unbedenklichkeit. Tatsächlich wurden über 90 % der Frauen mit abgeschlossener Schwangerschaft erst im dritten Trimester geimpft – also in einer Phase, in der Spontanaborte definitionsgemäß nicht mehr auftreten.

Haben wir es hier mit einer neuen Art des Wissenschaftsjournalismus zu tun, bei dem Zusammenfassungen von Studien den Inhalten der Studie vorgezogen werden, um in ein bestimmtes Narrativ zu passen?

Für Prof. Konstantin Beck, habilitiert in Gesundheitsökonomie und Empirischer Wirtschaftsforschung, braucht es jedenfalls keine Gegenstudien zu Shimabukuro, da in der Studie selbst darauf hingewiesen wird, dass der Spontanabort die häufigsten “schwangerschaftsspezifische Nebenwirkung” sei. (Shimabukuro-Studie)

Prof. Beck kritisiert anhand dieser und ähnlicher Studien die Interpretation durch die Narrative und kritisiert vor allem den falschen Denominator, falsche Implikation in der Zusammenfassung bzw. zu viele Impfungen im 3. Trimester. Ein Beispiel: Wenn Shimabukuro (2021) in seiner Studie schreibt: Eine Zunahme von Spontanaborten können bei Frauen «mit Impfungen im letzten Drittel der Schwangerschaft» ausgeschlossen werden und in der Zusammenfassung desselben Shimabukuro steht, dass eine Zunahme von Spontanaborten bei geimpften Frauen ausgeschlossen werden kann - dann ist das eine irreführende Darstellung.

Zudem kritisiert Beck:

„Ich stelle auf Grund des Heilmittelgesetzes Artikel 1 fest, dass sich die Zulassungsbehörde mit einer Umsatzsteuer von 6,5 Promille am Verkaufsvolumen der von ihr bewilligten Produkte finanziell beteiligt. Ich stelle zudem fest, dass das keine anreizneutrale Regelung ist.“


Fazit

Die Thesen von Prof. Beck widersprechen dem bisherigen breiten Narrativ der Gesundheitsbehörden. Beck selbst betont, dass er keine Gegenstudien geschrieben, sondern die zentralen, impfbefürwortenden Studien genau gelesen hat – und darin keine überzeugenden Belege für die Sicherheit der Impfung bezüglich Fruchtbarkeit und Schwangerschaftsverlauf gefunden hat.

Der Podcast verdeutlicht eine grundsätzliche Herausforderung: Das Vertrauen in Wissenschaft und Institutionen ist in Krisenzeiten fragwürdig. Gerade bei Themen mit großen gesellschaftlichen Auswirkungen braucht es eine offene, faktenbasierte und kritische Auseinandersetzung mit den vorliegenden Daten.

Die Episode von discorso ist kein abschließendes Urteil, sondern ein Impuls zur kritischen Auseinandersetzung. Sie wirft wichtige Fragen auf, die wissenschaftlich sauber und ohne Denkverbote weiter untersucht werden müssen.

Denn gerade bei Themen wie Gesundheit, Impfung und Fruchtbarkeit gilt: Die Konsequenzen von Fehlinterpretationen können erheblich sein.

(Mehr zu den Ergebnissen von Prof. Dr. Beck in seinem neu erschienenen Buch: “Der unsichtbare Tod”)