Rezensionen: Mut zum Widerspruch - Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten
02.02.2026
Donar Rau:
Verstaatlichte Wahrheit
(Freie Akademie für Medien und Journalismus)
Es läuft immer wieder auf dies hinaus: Mündigkeit erfordert Mut und den Willen, für Wahrheit und Gerechtigkeit einzustehen. Mündigkeit im Sinne einer Charakterstärke findet man leider nur bei sehr wenigen Menschen. Mitläufer hingegen gibt es zuhauf. Es ist evident: Eliten können kein Interesse daran haben, dass sich die Mehrheit zu mündigen Bürgern entwickelt. Orientierungslose Subjekte lassen sich bequemer für die eigenen Zwecke instrumentalisieren. Und eines dürfte auch klar sein: Die meisten politischen Entscheidungen dienen nicht dem Wohl der Bevölkerung. Sie basieren auf Interessen, von denen die Öffentlichkeit tunlichst nichts erfahren sollte. Man möge es mir nachsehen, wenn ich meine Rezension mit einem Begriff von Rainer Mausfeld abschließe, obwohl er nicht zu den Berichtenden des Sammelbands gehört. Mir ist sein Vokabular sympathisch und der Begriff, von dem die Rede ist, bringt es für meinen Geschmack auf den Punkt, womit wir es bei besprochener Problematik maßgeblich zu tun haben: „Elitenverkommenheit“.
Mehr:
https://www.freie-medienakademie.de/medien-plus/verstaatlichte-wahrheit
27.01.2026
Rainer Johannes Klement:
Buchrezension: „Mut zum Widerspruch“
(Apolut)
Als Jesus in einer der Städte war, kam ein Mann, der am ganzen Körper Aussatz hatte. Sobald er Jesus sah, warf er sich vor ihm zu Boden und bat ihn: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Da streckte Jesus die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz. Lk 5, 12-13
Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Mk 4,40
An diese beiden Stellen aus der Bibel musste ich während der sogenannten Corona-Pandemie oft denken, denn sie zeigen meiner Meinung nach eindeutig, was Jesus während dieser Zeit im Unterschied zu einem Großteil der Bevölkerung gemacht hätte: nicht mit! Doch wer nicht mitmachte bei dem Einhalten von (grundgesetzwidrigen) Kontaktverboten, dem Tragen von (in den meisten Situationen sinnbefreiten) Masken, und der allgemeinen Bereitschaft zu (ebenfalls sinnlosen) Massentests und Massenimpfungen, der erfuhr in vielen Fällen mehr oder weniger starke Repressalien.
Ähnliches galt bereits für die, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung gebrauchten und sich einfach nur kritisch gegenüber all diesen Maßnahmen äußerten. Einige traf es besonders hart – sie verloren ihre Anstellung, Reputation, wichtige soziale Beziehungen und/oder finanziellen Mittel. In dem Ende 2025 erschienenen Buch "Mut zum Widerspruch. Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten" sind einige dieser Fälle gesammelt. Das Buch ist das erste von der neu gegründeten discorso Verlagsgenossenschaft herausgegebene Buch und – um es gleich vorwegzunehmen – es ist ein gelungenes Debüt mit dem Potenzial, ein wichtiges Zeitdokument insbesondere für die Sozialforschung zu werden.
Mehr:
https://apolut.net/buchrezension-mut-zum-widerspruch-von-rainer-johannes-klement/
24.01.2026
Milosz Matuschek:
Der Preis des Nein
(Freischwebende Intelligenz)
Man muss dem neu gegründeten Discorso Verlag zugutehalten, dass hier die wohl umfangreichste Studie des Dissidententums im deutschsprachigen Raum entstanden ist, die wir je hatten. Und wir sprechen hier nicht von fringe scientists, also ohnehin schon randständigen wissenschaftlichen Figuren. Michael Meyen hat drei Drittmittelprojekte gleichzeitig geleitet, war gern gesehener Gast auf allen Konferenzen. Ulrike Guérot war der Liebling nicht nur der Medien, sondern auch des Establishments. Für viele bedeutete das Dissidententum auch den Absturz aus luftigen Höhen eines elitären Betriebs, man könnte sogar sagen: einer Nomenklatura, die man für die gute, edle und wahre hielt.
[..]
Wie man an der Studie von Heike Egner und Anke Uhlenwinkel sehen kann, waren es häufig Menschen, die nicht mit dem akademischen Löffel im Mund geboren wurden, die nicht aus Familien stammten, in denen über Generationen hinweg Professuren weitergereicht wurden. Nein, sie waren homines novi oder feminae novae, also Außenseiter eines Betriebs, die über die Identifikation mit den Werten der Institution beeindruckende Karrieren gemacht haben und im Moment der Prüfung – der wichtigsten Prüfung ihres Lebens – nicht versagt haben. Dass diese Beispiele nun in Buchform gegossen sind, quasi wie ein Monument dieser Ordnung entgegengesetzt werden, die sich gerade um uns herum zu errichten glaubt, ist schon für sich genommen ein Statement von unerhörter Symbolkraft. Und es macht Mut, die Berichte der Einzelnen zu lesen, denn sie stehen pars pro toto für die vielen anderen Tausenden, vielleicht Hunderttausenden Mutigen.
Mehr:
https://www.freischwebende-intelligenz.org/p/der-preis-des-nein
20.01.2026
Alexander Christ:
Das Ende der Illusionen
(Manova)
Der Sammelband „Mut zum Widerspruch“ bündelt zahlreiche Geschichten von Andersdenkenden, die deutlich machen, dass Rechtsstaat und Wissenschaft keine Konstanten mehr sind, auf die man sich uneingeschränkt verlassen kann.
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Und Dettmar rekurriert, wie Michael Meyen, auf Václav Havel. Anders als Meyen hat Dettmar aber ein persönliches Problem: Er ist als Richter im Grunde im Gefüge der Justiz unverzichtbar, wird aber im Rahmen dieses Systems wohl nicht mehr Recht sprechen dürfen. Das System hat ihn wie Meyen ausgestoßen, weil er mutig genug war, Widerstand zu leisten, Fragen zu stellen, „Nein“ zu sagen. Sein Ausschluss jedoch ist endgültiger, und er fehlt dem Justizsystem direkt, anders Michael Meyen, der weiter wirken kann, weil ihm dies seine professorale Unabhängigkeit ermöglicht. Mich ergreift das Schicksal von Christian Dettmar sehr, er ist für mich der wahre tragische Held der Coronazeit. Dettmars Bericht löst, wie im Grunde das ganze Buch, Schauder bei mir aus. Aber ich bin mir sicher, die Zeit wird kommen, da Straßen und Plätze nach Christian Dettmar benannt werden.
Mehr:
https://www.manova.news/artikel/das-ende-der-illusionen-2
02.01.2026
Günther Roth:
Souverän ist, wer die Krise definiert
(Overton Magazin)
Im gerade erschienenen Buch „Mut zum Widerspruch…“ berichten Dissidenten einer vermeintlich freien Gesellschaft darüber, wie sie dem herrschenden Zeitgeist widersprachen und dafür angegriffen, beruflich ausgeschlossen oder geächtet, zum Teil ins Gefängnis geworfen wurden. Die persönlichen Geschichten im Buch zeugen aber auch davon, dass das mutige Widersprechen sowohl persönlich wie gesellschaftlich wohltuende Veränderungen mit sich bringt. Freiheit erfordert Mut und die Bereitschaft zum unvoreingenommenen Gespräch, auch über scheinbar „alternativlose“ Wege.
Mehr:
https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/souveraen-ist-wer-die-krise-definiert/
14.12.2025
Norbert Häring:
Buchtipp: „Mut zum Widerspruch – Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten“
Die Herausgeber Wolfgang Stölzle und Günter Roth lassen in dem Buch „Mut zum Widerspruch“ Wissenschaftler, Ärzte, Beamte und Kirchenleute zu Wort kommen, die Dogmen widersprachen und dafür ausgegrenzt, verfolgt und abgestraft wurden. Ihr Zeugnis schockiert, macht aber auch Mut.
Als Leseprobe aus dem Buch gibt es den (gekürzten) Bericht der ehemaligen Landärztin Carola Javid Kistel aus dem Exil in Mexiko.
Mehr:
https://norberthaering.de/buchtipps/mut-zum-widerspruch/
06.12.2025
Michael Palmer:
Der Mut zum Widerspruch, und seine Licht- und Schattenseiten
(MWGFD)
Der neue Verlag Discorso hat soeben sein erstes Buch herausgebracht. Unter dem Titel „Der Mut zum Widerspruch: Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten“ haben Wolfgang Stölzle und Günter Roth Erfahrungsberichte von Menschen gesammelt, denen es in den letzten Jahren an den Kragen ging. Ihnen allen wurde die berufliche Existenz kaputt gemacht; sie wurden persönlich angegriffen, in der Öffentlichkeit verfemt und verleumdet. Ihr „Vergehen“ bestand zumeist nur darin, dass sie den Mut hatten, zu kontroversen Themen ihre wohlüberlegte und vernünftige, aber „politisch inkorrekte“ Meinung zu sagen. Einige von ihnen, wie der Soldat Alexander Bittner und die Ärztin Carola Javid Kistel, widersetzten sich aber auch direkten Befehlen und Auflagen, die sie als sinnlos, widerrechtlich und schädlich erkannt hatten. In diesem Buch erzählen uns diese Menschen von den Ereignissen, aber auch – und dies auf sehr ehrliche, schonungslose und manchmal wenig „heldenhafte“ Weise – von ihrem inneren Erleben.
[...]
Das Ergreifende, Bezaubernde, Ermutigende an diesem Buch ist genau diese letzte Erfahrung, die alle Autoren vereint: sie alle haben den Kampf wohl äußerlich verloren, aber innerlich gewonnen. Sie alle sind an ihrer Verfolgung gewachsen, haben eine neue, freiere und wahrere Sicht auf die Welt, ihre Mitmenschen und sich selbst gewonnen. Aus der Erfahrung, den Kampf ehrenvoll bestanden zu haben, können sie frische Kraft schöpfen und sich sich mit Mut ihren neuen Aufgaben widmen. Einer der Autoren, der Pfarrer Martin Michaelis, gibt hierzu ein Zitat von Martin Luther wieder:
[...]
Wir sehen insgesamt, dass unabhängig vom jeweiligen Thema die politisch „korrekte“, vermeintlich „alternativlose“ Version der Ereignisse gleich absurd ist. Und ebenfalls unabhängig vom Thema ihres „Gedankenverbrechens“ wurde mit allen Dissidenten, die hier berichten, auf dieselbe Art und Weise verfahren. Das lässt nur den Schluss zu, dass wir Zeugen und Opfer eines anfänglich schleichenden, aber in letzter Zeit immer schneller verlaufenden, international orchestrierten politischen Umsturzes sind, bei dem nichts anderes herauskommen kann als der komplette Verlust unserer Rede- und Gedankenfreiheit. Und die Erfahrung aus der Corona-Pandemie lehrt uns, dass nicht einmal unser Leib und Leben vor Angriffen sicher sind.
In solchen Zeiten brauchen wir alle den Mut zum Widerspruch. Beim Lesen dieses Buchs bleibt ein Gefühl der Dankbarkeit und Sympathie mit den Autoren, die diesen Mut bereits bewiesen haben.
Mehr:
https://www.mwgfd.org/2025/12/der-mut-zum-widerspruch-seine-licht-und-schattenseiten/
03.12.2025
Flo Osrainik:
Dissidenten berichten – gebündelt und gedruckt
Das neue Buch »Mut zum Widerspruch – Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten« dürfte es ja eigentlich nicht geben. Hier berichten nämlich so einige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die entweder in der Coronakrise oder schon davor gegen Missstände das Wort erhoben haben und teilweise harte Konsequenzen dafür erleben mussten!
Mehr:
http://floosrainik.net/dissidenten-berichten-gebuendelt-und-gedruckt